Wenn sich deine Wut zeigt..

Wenn sich deine Wut zeigt..

Du möchtest mich lieber hören? Sehr gerne:

Wenn die Wut da ist , überströmt sie uns wie ein Orkan. Erstmal wird alles rausgelassen was sich irgendwie angestaut hat. Wenn unser Kind wütend wird, geben wir Einfühlung, wir schauen dahinter. Was ist da wirklich los? Welches Bedürfnis ist unerfüllt, welche Grenze überschritten? -Das weißt du bestimmt schon.

Doch was, wenn wir wütend werden? Mal ganz davon abgesehen, dass die meisten Frauen den Umgang mit Wut nie gelernt haben, weil Mädchen müssen ja brav sein und dürfen gar nicht erst wütend werden, ist es doch so, dass dahinter ebenfalls etwas liegt. Bei mir meistens Überforderung, Stress, Hilflosigkeit.

Dann kommt sie die Wut. Sie zeigt mir: Hey schau hier Mal genau hin. Und dann unternimm etwas. Du bist ja für dich selbst verantwortlich. Wenn du merkst, dass du immer in bestimmten Situationen wütend wirst, -erstmal Glückwunsch, dass du das erkannt hast-, kannst du schauen was ist denn dann mit mir los. Was habe ich gerade gedacht?

Dahinter kann dann auch eine Abweichung liegen vom Soll zum Ist. Du denkst wahrscheinlich es sollte anders sein. Mein Kind sollte jetzt schlafen . Doch es ist ja wach. Es ist ja schon anders. Dann kommen gerne die Überspitzungen. Nie schläft mein Kind. Ist das wahr? Schläft es nicht eher nur dann nicht wenn du dir wünschst dass es schläft? Das ist natürlich mit jeder anderen Situation identisch zu überlegen. Wenn du das bemerkst und deine Wut bemerkst und gerne auch sagst: „Boh, ich bin gerade so wütend.“, hat sie Raum und du kannst schauen was für dich gerade dahinter liegt.

Was passiert denn bei Wut? Ich kann mit den Dingen besser umgehen wenn ich das Warum kläre. Deshalb hier auch einmal für dich. Dein Gehirn reagiert auf Hormone. Du gerätst in Stress. Unser Stresssystem ist das limbische System. Es sichert unser Überleben. Denn wenn der Säbelzahntiger vor dir steht hast du einfach keine Zeit dich noch zu fragen ob du wirklich in Gefahr bist. Du gehst also auf Angriff. Das äußert sich in deiner Wut.

Wie heißt es so schön Angriff ist die beste Verteidigung. Kann ich nicht bestätigen. Jedenfalls nicht wenn mein Kind vor mit steht und kein Säbelzahntiger. (Wobei auch in dem Fall Angriff für mich wohl eher kontraproduktiv wäre.)

So. Du gehst also auf Angriff. Puh. Wenn du das merkst, schreist du vielleicht in dein Kissen, dann atmest du 3 Mal tief ein und aus. In deinen Bauch. Denn das ist die Entspannungsatmung und du kannst nochmal schauen, was gerade wirklich Sache ist.

Interessanter Weise fällt mir das bei meiner kleinen Maus recht leicht empathisch zu bleiben. Gut, irgendwann ist bei mir auch der Ofen aus. Doch bei Erwachsenen fällt mir das sehr schwer. Ich bin ja ein Fan der gewaltfreien Kommunikation und mache gerade den Kurs von Kathy Weber dazu. Mal davon abgesehen, dass der Kurs „Mit Kindern in Verbindung“ heißt, ist natürlich auch alles auf Erwachsene anwendbar. Besonders wenn ich mir überlege, dass ja in jedem Erwachsenen auch das innere Kind präsent ist und vielleicht sogar wütend ist. Doch bei Erwachsenen setze ich so viel voraus.

Ich habe eine Erwartungshaltung die

1. Mein Gegenüber gar nicht kennen kann. Meine Gedanken gehören ja mir und

2. Selten werden die eigenen Erwartungen von anderen erfüllt weswegen es Sinn macht keine zu haben.


Wichtig ist bei allem die eigene Grundhaltung. Bei meinem Kind weiß ich okay, sie darf jetzt dies oder das nicht weil gefährlich oder weil ich weiß, wenn wir das jetzt vor dem Schlafengehen noch spielen tourt sie zu sehr auf und kommt nicht zur Ruhe und und und. Also habe ich Klarheit und weiß warum ich riskiere, dass meine Maus wütend wird und bin mir im Klaren darüber, die Wut zu begleiten. Indem ich ihr den Raum gebe, den sie braucht um ihre Gefühle rauszulassen. Indem ich bei ihr bleibe, jedoch auf Abstand wenn sie das möchte. Empfangsbereit, falls sie doch zu mir möchte, zu ihrem sicheren Hafen, wo sie so sein kann, wie sie ist.

Doch bei Erwachsenen? Reagiere ich einfach nur. Ich werde angegriffen. Mein Stress-System springt an und ich greife zurück an. Was bleibt ist ein Orkan. Der sich erstmal ordentlich austobt. Ganz oft bleiben Konflikte ungeklärt, weil einfach keiner der beiden Erwachsenen dahinter schaut und die eigenen Bedürfnisse und Grenzüberschreitungen erkennt.

Wenn wir doch dahinter schauen und erkennen, was uns die Wut tatsächlich sagen möchte können wir auf sie reagieren. Brauchen wir Unterstützung? -Können wir um sie bitten. Fühlen wir uns hilflos? -Fragen wir Experten, wie wir anders mit der Situation umgehen können. Wir informieren uns. Wir sind nicht ausgeliefert und können jederzeit selbst bestimmen und handeln. 


Puh. Ganz schön viel Input. Vielleicht bist du jetzt für deine eigene Wut und auch die der anderen ein wenig sensibilisiert und kannst in der nächsten Situation mit ihr umgehen.

Alles Liebe für dich, Nadine

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