Schuld oder Verantwortung?

Schuld oder Verantwortung?

Wir wachsen auf in einem Konstrukt von Schuld. Wir bekommen die sogenannte Schuld für bestimmte Dinge oder geben sie anderen. Beliebt ist besonders: „Du hast Schuld, dass ich mich jetzt schlecht fühle“. Ist das wirklich so? Fühlen wir uns nicht eher schlecht, weil jemand etwas in uns getriggert hat? Etwas hochgewühlt, an die Oberfläche befördert, was längst in UNS da ist? Und ist es damit nicht unsere VERANTWORTUNG, die wir für unsere Gefühle haben? Das schöne daran ist, der andere kann wettern, giften, feuern, was er will. Es liegt in DEINER Hand daraus zukommen und dich zu befreien, denn du kannst ja DEINEN Gefühlen auf die Spur kommen. Du kannst lauschen wo sie ihren Ursprung haben und dort ansetzen deine Gedanken zu verändern oder deine Glaubenssätze überprüfen, also das was du für wahr hältst. Eine bekannte Methode dafür ist „The work“ von Byron Katie. Ganz kurz erklärt stellst du dir 4 Fragen:

  1. Ist es wirklich wahr?
  2. Kannst du dir absolut sicher sein, dass es wahr ist?
  3. Wie reagierst du und was geschieht, wenn du diesen Gedanken denkst?
  4. Wer wärst du ohne diesen Gedanken?

Dann folgt ein wichtiger Schritt:

                Überlege dir Umkehrungen. Nimm drei Beispiele, aus deinem Leben, die dir zeigen, dass das die Umkehrung wahr ist.

Es gibt eine wunderbare Seite dazu: https://thework.com/wp-content/uploads/2019/03/AnleitungzuTheWork.pdf

Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt unter dem Thema Glaubenssätze selbst noch einmal genauer darauf eingehen. Ich möchte dir an der Stelle jedoch schon einmal ein Tool an die Hand geben, falls du sofort loslegen willst. Ein kleiner Tipp noch dazu an der Stelle. Ich arbeite ja gerne mit meinem inneren Kind und habe daher das Kinderbuch (was wirklich sehr kurz und prägnant die Methode The Work anwendet) „Tiger-Tiger Ist es wahr?“.

Zurück zum Thema. Verantwortung, was bedeutet das? Nach Duden bedeutet es in abgekürzter Form: Eine Verpflichtung dafür zu sorgen, dass innerhalb eines bestimmten Rahmens alles einen guten Verlauf nimmt. Während die Schuld nach Duden die Ursache von etwas Unangenehmen oder Bösem ist. Wie unangenehm, alleine das so zu lesen, oder? Wenn du also sagst jemand ist an etwas Schuld oder sogar dir die Schuld gibt.

Gehen wir mal in ein Beispiel: Du hast jemandem etwas kaputt gemacht und fühlst dich schlecht. Wir sind es dann gewohnt uns zu Ent-SCHULD-igen. Wir sind sofort in der Schwere, in der altbekannten Schuld. Vielleicht ist es daher ein Ansatzpunkt zu bedauern. Bedauern bedeutet Mitgefühl mit jemandem empfinden. Und wenn wir jemandem etwas unwillentlich zerstören, können wir doch genau mitfühlen wie schlimm es für denjenigen ist. Oder nicht? Für mich ist es deshalb das Gefühl, dass ich zum Ausdruck bringen möchte. Ich fühle mit dir. Ich bedaure was geschehen ist.

Die Schuld ist also ein Konstrukt, wo auch immer es mal herkam, was wir meines Erachtens nach, zurücklassen dürfen. Viel eher können wir uns fragen, wer trägt hier die Verantwortung? Vielleicht ist die Vase zum Beispiel kaputt gegangen, weil der Eigentümer sie hat auf dem Boden stehen lassen, mitten im Weg. Natürlich kannst du bedauern, dass du sie jetzt umgelaufen hast, doch die Verantwortung für die Vase lag doch beim Eigentümer. Oder? Also musst du dich jetzt wirklich für immer und ewig deshalb schlecht fühlen?

Besser zu sehen ist es am Beispiel eines Kindes. Du sagst einem Kind „Achtung, da steht die teure Vase von Tante X, lauf sie bitte nicht um“. Mal ganz davon ab, dass Kinder erst ab einem gewissen Alter etwas mit dem Wort „nicht“ anfangen können und du somit gerade gesagt hast, „bitte lauf die Vase um“, wird das Kind auf deine Aufforderung hin sagen „Ja“, schließlich will es dir absolut und immer gefallen. Doch gleichzeitig ist es so im Flow, in seiner Welt, in seinem Spiel, dass die Vase doch fällt. Jetzt ist es natürlich leicht zu sagen „Hey, ich hab dir doch gesagt…usw…“. Verbunden mit einem „Du hast Schuld daran, dass die Vase nun kaputt ist“. Ist das so? Die Verantwortung liegt hier definitiv beim Erwachsenen. Wenn mir die Vase so wichtig ist, dann räume ich sie weg. Punkt. Wenn sie kaputt geht, ist es meine Verantwortung, sie nicht weggeräumt zu haben. Mit dem Finger auf jemand andere zu zeigen ist daher schlicht unnötig.

Gerade Kinder neigen dazu, die Verantwortung, die ihnen von den Erwachsenen zugeschoben wird, anzunehmen. Sie können diese Aussage noch nicht überprüfen und nehmen sie als wahr hin. Das kann dazu führen, dass diese mit in das Erwachsenenleben getragen wird und dort unbewusst wirkt. Ein Glaubenssatz ist entstanden.

Wenn wir uns dessen bewusst sind und an uns arbeiten unsere Macht bei uns zu behalten, indem wir die Verantwortung für unsere Gefühle bei uns lassen und diese umwandeln, können wir frei sein.

In diesem Sinne, gib deine Macht nicht andere ab und überdenke deine Verantwortung.

Alles Liebe für dich und denk daran: Du bist wertvoll.

Denk daran: Du bist wertvoll! Auf bald, Nadine 

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