Gefühle -alle Gefühle dürfen da sein

Gefühle -alle Gefühle dürfen da sein

Als ich anfing mich zu fragen, was denn hier eigentlich bei mir los ist, warum mir immer sowas passiert und sowieso alles irgendwie doof ist, hätte ich mir gewünscht, dass mir die Zusammenhänge so erklärt werden, wie ich sie dir jetzt vermittle. Ich hätte gerne jemanden gehabt, der mir erklärt, dass es okay ist alle seine Gefühle zu fühlen. Jemand, der mir nach meiner Fehlgeburt gesagt hätte: Hey, das ist verdammt nochmal schlimm. Du darfst traurig sein, du darfst wütend sein und du darfst auf alle anderen, die mit Leichtigkeit ihre Schwangerschaft erleben neidisch sein, denn du bist ein Mensch und alle Gefühle dürfen sein. Puh, das hätte mir damals sicher gut getan. Nun. Wenn auch erst nach einer ganzen Weile, habe ich mir selbst den Gefallen getan mir genau das zuzugestehen. Alle Gefühle da sein zu lassen. Zu wissen, dass hinter der Trauer Erleichterung liegt, dass es Schuld nicht gibt, sondern Verantwortung. Das es Dinge gibt, die außerhalb meiner Verantwortung liegen, weil ich sie schlichtweg nicht kontrollieren kann.

Und vor allem war da die Angst. Die ewige Angst, die meinen Blick verklärte und mich Dinge glauben ließ, die gar nicht gut für mich waren. Wie zum Beispiel, um beim Beispiel meiner Fehlgeburt zu bleiben: „Du warst ja noch nicht so weit (im Sinne der Schwangerschaftswoche), dann ist es ja nicht so schlimm“. Das typische beschwichtigen eben des „Alles-ist-gut-Prinzips“. Und jupp, ich habe es geglaubt. Andere empfand ich ohnehin viel schlauer als mich und wenn sie sagen, das ist so, dann muss es ja stimmen. Also geschluckt und auf jegliche Nachfrage genau so weiter kommuniziert. Puh. Damit waren alle Gefühle heruntergeschluckt, verstummt und du wirst es ahnen, sie haben mich immer wieder aufgesucht. Nach dem Motto „Wenn du es jetzt nicht fühlen willst, dann eben später, aber du wirst“. Was hat das ganze jetzt mit Angst zu tun? Ich habe die Dinge geglaubt, aus schlichter Angst weggestoßen zu werden, nicht mehr geliebt, nicht mehr gemocht, wenn ich nicht funktionierte, wenn ich nicht zustimmte, bei dem was mir andere sagten. Heute weiß ich, dass die Angst nicht böse ist, sondern eher so etwas wie meine Freundin, die mir zeigt, guck mal dahin. Wir müssen aufpassen. Und es ist an mir, zu sagen. Du liebe Angst, ne. Da müssen wir nicht aufpassen, das passt so.

Unsere Wut, die gerne unterdrückt wird, denn gerade wir Frauen durften als kleine Mädchen oft nicht wütend sein. Wir haben so gelernt, dass unsere Gefühle nicht okay sind und damit, dass wir nicht okay sind, wie wir sind. Und dass weile unsere Bezugspersonen das vermutlich selbst nicht anders erlebt und gelernt haben. Wir können nur weitergeben, was wir selbst wissen. Unsere Wut weist uns auf ungesehene Bedürfnisse hin, sie sagt uns, dass wir hinschauen können und unsere Grenzen wahrnehmen dürfen. Die Wut meldet sich, wenn wir im Mangel sind, wenn unsere Grenze überschritten wurde oder wenn wir schlicht nicht auf uns selbst und unsere Bedürfnisse geachtet haben.

Dann ist da noch die Freude, die wir alle allzu gerne fühlen. Wir können uns schon morgens für unseren Tag ausrichten und uns entscheiden heute fröhlich sein zu wollen. Das gelingt, in dem wir uns einen Anker setzen.

Schließe dafür für einen Moment die Augen, atme tief in deinen Bauch ein und wieder aus, ganz in deinem Tempo. Erinnere dich an einen schönen Moment in deinem Leben, in dem du Freude, Glück, Zuversicht empfunden hast. Nimm alles wahr, die Umgebung, den Geruch, die Personen die da waren, vor allem die wohlige Vertrautheit. Genieße das Gefühl. Atme ein in deinen Bauch und wieder aus, dann öffne langsam die Augen und spüre, dass die Freude noch immer anwesend ist. Wenn du im Laufe des Tages merkst, dass seine Stimmung sich verschlechtert und du wieder Freude spüren möchtest, erinnere dich wieder an ein Bild aus deinem Freude-Moment und spüre sie. Durch das Atmen und Vergegenwärtigen deiner Gefühle, wird es dir immer leichter fallen, deine Gefühle zu selektieren. Vielleicht erinnerst du dich in „Eat, Pray, Love“ an die Aussage an Liz: „Wähle jeden Tag deine Gedanken, wie du deine Kleidung wählst“. Aus Gedanken werden Gefühle, also achte auf deine Gedanken.

Alles Liebe für dich und denk daran, du bist wertvoll!

Denk daran: Du bist wertvoll! Auf bald, Nadine 

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